Sonntag, 15. Februar 2015

Wolf und Geier in den Säulen der Schöpfung

Hubble hat wider die "Pillars of Creation" (Säulen der Schöpfung ) im Adlernebel besucht und wunderschöne Bilder gemacht. Quelle: HubbleSite.org News Release Number: STScI-2015-01
Credit: NASA, ESA/Hubble and the Hubble Heritage Team

Darunter eine Aufnahme im NIR (nearinfrared), die an sich atemberaubend ist und auch noch dieses putzige Detail offenbart, das vorher nicht zu sehen war:
Der Wolf und der Geier  :-)

Credit: NASA, ESA/Hubble and the Hubble Heritage Team

@McGoldi: das ist wie Dinge in Wolken sehnen- Gesichter, Gestalten.Zusehen, wie sie sich im Wind zu neuen Gestalten verformen. Ich hab schon den "Denker" von Rodin gesehen. Es ist zwar nur das "Gesetz der vollständigen Gestalt" aber es macht furchtbar viel Spass. Hier ist roh nachgezeichnet (keine Maus im Moment) was ich sehe.

Dieser spanischer Designer, Martín Feijoó, zeigt das nochmal ganz genau :-)

Ich füge noch ein Bild von einer unserer Birken ein, wo ich ganz viele menschliche Gestalten und Gesichter sehe. Bin gespannt, ob Du was sehen kannst. Kannst ja mal Bescheid sagen.

Sonntag, 8. Februar 2015

MediaMarkt - ich fühl mich blöd

Ich war mal wieder in der realen Welt, abseits meiner Elfenbeintürme von Heim und Job, in einem blinkenden und brodelnden Konsumtempel,wo man face to face Geld gegen Dinge tauscht, die man selten braucht - eher möchte.
Meine Freundin hat beschlossen, dass ich mir mein Geschenk selber aussuchen darf. Ich brauche eine Digicam- also führt der Weg in den örtlichen MediaMarkt.

Am Eingang: Security Menschen, mit Bäuchen, die Uniformen ausbeulen. Ist Drüberwalzen mittlerweile ein anerkanntes Kampfmanöver? Im Inneren: Junge, weibliche Menschen in Messebekleidung strecken mir Zettel entgegen. Höflich, weil ich sie ihrer Funktion nicht berauben möchte, nehme ich Zettel an und gebe sie direkt an die nächste Zettelhandreich-Person weiter, während ich deren Zettel entgegennehme. Lustig, die nehmen sie mir immer ab und besiegeln das "Geschäft" mit einem Lächeln.

Freundin sieht mich immer länger schief an. Ich mach mir Sorgen, dass ich Konsum nicht richtig mache.

Reihe um Reihe überspannter Krempel. Bügeln? Staubsaugen? Simple Haushaltstätigkeiten? Nein. Scheinbar führt der perfekte Kauf zur Selbstfindung, ansonsten kann ich mir die Menge des Fast-Gleichen nicht erklären. Wir münden in die Allee der "Kaffeekapselautomaten". Ein so'n Ding ist schon ein Verbrechen an unseren Nachfahren - aber gefühlte Hundert? Das ist böse. Die kapselverführte Freundin nennt so ein Biest ihr Eigen. Dabei ist sie früher gegen alles unökologische auf die Straße gezogen, während ich mir wie ein moralisches Mauerblümchen vorkam. Verrückte Welt, das.

Mehr Krempel: XYZ Boxen, Handy Krimskrams und "Ich-habe-biologische-Funktionen" Dummtech gemischt mit Lärm und Blinkblink. Und meterweise Bildschirme an den Wänden - nee halt, das sind Fernseher. So viele? Wer kauft das? Und wozu? Eine Via Appia der Zeitvernichtung.

Nieder mit der GEZ!!! flüstert mein Hirn. Offener Widerstand ist zwecklos. Meistens bekomme ich von anständigen Konsumenten für mein glotzenloses Elendsdasein den mitleidigen Blick, der sonst für bildstark hungernde "uns-gehts-doch-gut" Kinder reserviert ist. Und dann kommen die Fragen... gehaucht, als hätte ich Krebs.

Bin einem epileptischen Anfall nah, als wir endlich die Kameras erreichen.
Aussuchen geht gut, rosa Kamera vermieden, jetzt darf ich nur noch dem überdrehten männlichen Menschen am Service Pult meine Daten geben für irgendeine sonder-lange Garantie. (Ich brauch die. Ich lass alles fallen). Er tippt, schaut auf vom Monitor: "Da haben wir Sie ja! Stimmen Straße und Hausnummer noch?" Fröhlich beginnt er allen Umstehenden die Adresse einer wildfremden Frau mit meinem Allerweltsnamen vorzulesen. Liest vor, blickt mich stolz an... weil er lesen oder die Suche betätigen kann? "Nein, das bin ich nicht." Er weicht unwillkürlich von der Konsole zurück, als er meine hochgezogene Augenbraue sieht.

Still wird um uns, er wird richtig rot. Kollegen und Kunden nehmen ihn wahr. Er windet sich. Ich lasse mir Zeit, lächele höflich -  winde mich aber auch. Alles hinwerfen? Freundin verärgern? Noch so einen Rummel -Trip - und ich hab mich definitiv in die kleine Kamera verguckt.

Ok, ich kann "charmant" und packe das aus. "Wenn ich Ihnen jetzt meine Adresse gebe, werden Sie damit auch so verfahren?"   "So" kann wie "dumm" klingen. Natürlich könne ich dem Herren getrost vertrauen. Klaaaar.

Konsum 1- ich 0. Morgen, morgen packe ich meine Grundsätze wieder aus. Aber die Kamera mag ich, die geb ich nicht mehr her. Freundin freut sich. Die Straße und Hausnummer der anderen Frau habe ich mir seltsamerweise gemerkt.

Dienstag, 6. Januar 2015

Tag fünf des Jahres

“It's a dangerous business, Frodo, going out your door."
Recht hat der Hobbit! Und Aufstehen ist es auch.
Das Universum bewirft mich auf der Autobahn mit Dingen von oben. Es braucht dazu keine Autobahnbrücke, oder LKW- weder vor mir noch neben mir noch links von mir - gar keine Autos vor mir eigentlich und nur Winzlinge auf der anderen Spur.

Es tat einen Schlag und regnete Glassplitter ins Gesicht. Hat dabei das Dach eingedellt und war weg.
Der "Wetterballon" bei Einschlägen im Winter sind Eisschollen von Autos. Ich glaub das einach mal - egal ob ein Auto in der Nähe war oder nicht. Sonst müsste ich das persönlich nehmen.

Wenn jemand wissen will, warum Autos im Winter vom Eis und Schnee befreit werden sollten... deswegen.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Frohes Neues Jahr 2015!

Released under Creative Commons BY-NC

Ich wünsche allen, die sich hierher verlaufen, ein gesundes, glückliches und erfülltes neues Jahr! 

Daumendrücken den Griechen  - nichts ist alternativlos! 

(... wobei der Tod könnte... aber das kommt später)

Mein erstes Jahr mit Blog. Angefangen im Rahmen meines "Jedes- Jahr-Was-Neues- Lernen" Mottos und dabei geblieben.
Plan für das nächste Jahr - Axtwerfen. Äxte sind poliert und geölt, Scheibe im Aufbau.

Aber zuerst mal feiern, dass wir das Jahr überlebt haben.

Montag, 29. Dezember 2014

Mächtige Viecher

Karneval im Dezember: Tiere im Rollenspiel

In meiner bescheidenen Karriere als SL habe ich gelernt, dass der tierische Gegner sehr genau ausbalanciert werden muss, um effektiv zu sein, nicht nur lästig oder tödlich. In meiner ersten Runde überhaupt (Hellfrost) hat mir eine Zufallsbegegnung eine Stunde nach Start fast die ganze Gruppe gefressen - das aber stylisch. Gleißend weiße Snow Wings in Formationsangriff auf freiem Feld und eine Gruppe Novizencharaktere - war nicht so doll.
Man lebt und lernt.

Aber als Spieler habe ich viele gute und unvergessene Einsätze von Tieren erlebt. Sie wurden von den SLs für Stimmung, als Gegner, zu moralischen Dilemmata und als schnödes Futter eingesetzt. Aber sogar so bleiben sie jahrelang im Gruppengedächtnis wie unser "Ra.. häm ..Rehgulasch", eine Spezialität in einigen heruntergekommenen Wirtshäusern des Nordens.

Das Feld ist so weit, ich erhebe keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Hier das, war mir einfällt.

Das Pferd, der zweitbeste Freud des Menschen

Das Pferd nehme ich als Charakter-tragenden Platzhalter für Reittier, Lasttier, Tauschmittel, Waffe oder Freund für Geld (danke Tagschatten). Pferd haben oder nicht haben hat sich in vielen Kampagnen als spielentscheidend erwiesen. Die Anzahl, Qualität und Verfügbarkeit bringt den entscheidenden Raum- oder Zeitvorteil und wird zur wertvollen Ressource für die Spieler.
Für den Kampf ausgebildete Tiere, also das Schlachtross, der Greif, werden im Spiel zu Waffen, eröffnen Möglichkeiten; Luftkampf ist halt nur, wenn was fliegt.
Wenn sich der Charakter auf seinen Untersatz auch noch persönlich einlässt, kann dieser zu sehr schönen dramatischen Momente führen. Ich kenne meine fast alle noch beim Namen.

Tiere als Gefährten werden meistens geschaffen mit dem Hintergedanken, dass das schöne, geschickte oder starke Tier einen Nutzen in der Spielgestaltung haben soll.
Das wären das schon erwähnte Pferd, der Wolfshund als personifizierter Schutz mit scharfen Ohren oder das Äffchen, das mit auf Klau geht. Ein Gefährtentier ist eine mächtige Zugabe zu den Charakterwerten.
Gleichzeitig macht es den Charakter angreifbar .... und Schwächen machen die interessantesten Charaktere.

Derzeit gibt es in unserer Gruppe ein Entenküken ohne jede Besonderheit, weil der stärkste und blödeste Charakter plötzlich in Vatergefühlen aufgegangen ist. All sein Trachten gilt der Sicherheit des Geflügels und dessen Zukunft als Therapieente für Kriegswaisen. Zerlumpter Pöbel, weil Hunger, und Heilkundige, weil spannend für die Psychiatrie, folgen dem Krieger mit Interesse. Der Hüne wird erpressbar, die Gruppe verliert zuweilen an Würde und Drohpotential, die Feinde gucken sentimental und es wurden noch nie so viele Kochrezepte am Tisch debattiert.

Tiere sind eine Herausforderung im Guten wie im Bösen. Ohne sie wären Charas schwächer, unbeholfener und hätten weniger Handlungsoptionen.Tiere assistieren spiel-relevant ohne Deus ex Machina Charakter, indem sie ihre Fertigkeiten zur Verfügung stellen. Sie fördern nicht nur Charakterspiel und Gruppeninteraktion, sie bieten dem Spielleiter auch noch genug Möglichkeit zu interessanten Anekdoten am Rande.

Rollenspiel (zumindest Fantasy) wäre ohne Tiere viel ärmer. 

Montag, 8. Dezember 2014

Iversity - online Bildung im Selbstversuch


Letztes Jahr um die Zeit hat auf Iversity, einer Plattform für kostenlose online Kurse, das Seminar Dark Matter in Galaxies- The Last Mystery begonnen. Vor einer Woche ist mein Schein gekommen mit "Bestanden" drauf. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so für einen Kurs geackert zu haben: Astrophysik - für mich ein First.

iversity.org
Weltweit hatten achttausend Leute angefangen. Im Verlauf hatte Prof. Salucci berichtet, es seien noch fünf Hundert aktiv. Wie viele bis zum Ende gekommen sind, weiss ich leider nicht.
Die learning outcomes für Interessierte waren formuliert wie folgt:  "Enthusiastic outsiders with only simple knowledge of Physics and Mathematics can enter one the biggest mysteries of nature and get an understanding of the topic which allows them to follow its revelation."

Klang anfangs machbar.

Bei den ersten Dark Matter Lektionen durfte ich jedes fünfte Wort nachschlagen. Einiges hatte ich noch nie gehört, wie non-barionic beispielsweise. Aber anderes war diffus als Konzept vorhanden, ohne dass ich hätte sagen konnen, was es genau ist: Newton, Einstein, Planck und, und, und... Dann kam noch die Mathe dazu; Formeln so unverständlich wie Sanskrit und doch eindeutig als Sprache erkennbar.

Also Realitätscheck und im Schnellverfahren nachpauken.

Meine Kenntnisse von Physik beliefen sich darauf, dass alles runter fällt (kann sogar generell richtig sein, wenn man "alles", "runter" und "fallen" definiert).  Für Physikgrundlagen gibt es diesen großartigen OnlineKurs am MIT "Physics I: Classical Mechanics" von Prof. Walter Lewin. 

Mathe musste ich auffrischen - ach was, neu lernen. Mehr gelernt, als in der gesamten Schulzeit mit iversity  Mathe Mook „Mathematisch denken!“ (MOOK =Massive Open Online Course) Es ist gut zu wissen, dass die Mook Designer von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zukünftige Lehrer ausbilden. Ich kann diesen Kurs allen empfehlen, die Angst vor Zahlen haben oder Null Bock-Kinder für die Schule coachen müssen.

Astronomie Grundlagen: Da war ich noch am besten gerüstet. Die Jahre des SF-Lesens sind nicht spurlos vorüber gegangen. Aber letztendlich brauchte ich auch hier Grundlagen, die über das Aufzählen der Planeten von Innen nach Außen hinausgingen.
Während ich abends Physik und Mathe gepaukt habe, lernte ich im Auto Astronomie mit Hilfe von Podcasts. Mein Lieblings-Podcast in deutscher Sprache, die "Sternengeschichten" von  Florian Freistetter (danke für verständliche Vermittlung von komplizierten Zusammenhängen!), hat viel dazu beigetragen, den Kurs zu bestehen. Auf  jeden Fall kann ich jetzt diesem Beitrag zum Thema Dunkle Materie folgen.

Seit Sommer wurde ich süchtig nach Astronomy Cast. Mein gepflegtes RP geht den Bach runter, weil ich mir Pamela's Midstaaten Dialekt zugelegt habe.

Fazit: Selbstversuch gelungen. Iversity und dieser Kurs ganz besonders sind eine gute Chance, online, interdisziplinär und kostenlos zu lernen und in neue Felder reinzuschnuppern. Gute Idee!  Gute Umsetzung!
Grazie infinte, Prof. Salucci! und seinem Team  von der SISSA für die großzügige Investition von Zeit und Mühe, eine Zusammenschau des Wissensstandes der Suche nach der Dunklen Materie in Galaxien der breiten Masse zu präsentieren.

Schaut mal rein die Lektionen sind noch online.

Ich seh mich schon wieder nach einem neuen Winter-Kurs um. DNA? Human rights?