Posts mit dem Label Gemüse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gemüse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 10. September 2014

Das Kartoffelfiasko von 2014

Selbstversotgen im Selbstversuch: Nach der vollmundigen Ankündigung, Kartoffeln nach fremdländischen Methoden anzubauen, kommt der Abschussbericht: Das  Grundnahrungsmittel ganzer Kulturen, wachsend in den kargsten Regionen dieser Welt -gedeiht bei mir gar nicht. Totales Investment, drei KG -  Ausbeute 700gr, wenn ich sehr optimisitsch bin. Die sportliche Leistung in der Bewegung einer Tonne Erde-  zweimal -  rechne ich mir mal an.

Der Kartoffelturm - das Finale
Kartoffelturm Finale
Zuerst habe ich im August den K-Turm aufgelöst. Einfach umkippen und durch den Draht sieben. Und dann dass.... dabei sah er gut aus, hatte geblüht, ist verwelkt und wurde am 17. August geerntet -  wie bei meinen bisherigen Kartoffelpflanzversuchen war die Ausbeute geringer als das Investitionkapital an Knollen.  Die Ernte betrug ein Pfötchen voll, klein bis winzig, höchstens 300gr aus den gesamten Turm.

Wenigstes ist die magere Beute zu großartigen Bratkartoffeln in Schale über offenen Feuer veredelt worden. Köstlich und mit Kräutern aus dem Nachbarbeet. War trotzdem ein gutes Gefühl. Danke Schatz!

Fehlersuche: der Turm stand zu schattig? Der Turm hatte zu wenig Wasser am Anfang und zu viel am Ende? - schließlich hatten wir den miesesten Sommer seit Jahren - pfeif auf den Quatsch, den unsere Meteorologen erzählen.
Zu früh rausgeholt? Nikola reifen 90 bis 100 Tage, meine waren 102 drin.
Keine Ahnung also.

Nächstes Jahr wieder.



Und last and fianl die Kartoffelkiste- alias Kartoffelsarg

Ich habe es gepackt zwei Kilogramm Kartoffeln  zu beerdigen und erfolgeich zum Rotten zu bringen. Ausbeute etwa 500gr aus dem ganzen Ding. ich kann leider nicht sagen, ob die Methode grundsätzlich nicht klappt oder ob es an mir liegt. Eventuell starte ich einen Versuch im kleineren Rahmen- irgendwann.

Kartoffelbox, vorher, ganz offen und mittendrin

Im letzten der drei Bilder ist der Kasten zu zwei Dritteln geleert - weiter wollte ich gar nicht mehr graben, so frustriert war ich. Daraus schließe ich, dass die zugeschütteten Pflanzen kaum Knollen gebildet haben - oder jede genau eine: den Ertrag der abgeratene Erde sieht man auf dem Bild.

Fehlersuche - Kartoffel in Erde und bedecken ist wohl traditionell anerkannt - also war es eventuell doch das Zuschütten? Wasser?  Kann sein. Vorher zu wenig nachher zu viel? Erde die so schlecht ist, dass nix drin wächst? Kann ich nicht glauben, ich habe sie mit eigens gemachtem Terra Praeter angereichert. Alle andere Pflanzen wuchern drauf.
An der Methode an sich, mit der Kiste ist zumindest was deran: draußen im Internet holen die Leut so viele Kartoffeln aus den Kisten! Dieser Herr von Organic Gardening hat zB mehrere Methoden verglichen und die Box als die ertragreichste gefunden.

Ich hatte noch parallel einen Versuch mit 2 m2 Standardanbau laufen: einfach graben, Kartoffel rein und aufhäufeln - zwei mal während des Waschtums. Der Ertrag war identisch und der Aufwand absolut nicht vergleichbar.
Fazit, die dümmsten Bauern haben möglicher weise die dicksten (oder überhaut welche) Kartoffeln weil ihnen die Experimente nicht in den Kopf kommen???

Freitag, 11. Juli 2014

Kartoffelarchitektur; Kartoffeltürme und Vampirsärge

Dieses Jahr steht alles irgendwie im Zeichen der WM, sogar meine (traurigen) alljährlichen Versuche, Kartoffeln anzubauen. Der im südamerikanischen Raum verbreitete Kartoffelturm - potato tower -fiel mir bei irgendeiner Recherche sofort ins Auge. Nicht nur produktiv, platzsparend sondern auch dekorativ.
Eine Röhre aus Maschendrahtzaun, ganz außen mit einer Lage  Heu, Stroh, Blättern oder sogar mit Zeitungspapier ausgekleidet, so dass die Erde in der Mitte nicht herausfällt.  Lage um Lage wird Erde aufgeschichtet und gekeimte Saatkartoffeln mit den Augen nach Außen im Kreis eingelegt. Zuschütten, gut gießen und noch etwas Erde bis zur nächsten Kartoffellage. Mindestens 30 cm zwischen den Lagen sind empfohlen.  Der erste Turm war bescheiden: 60 cm hoch, 15 im Radius und drei Lagen Kartoffeln. Ich habe so 70gr Annabel als Saatkartoffeln vergraben.

Als er stand  erfasste  mich Größenwahn und der Turmbau zu Pfanni begann.
Hier sieht man ihn, den Riesenturm, frisch gefallen. Mindestens 80kg Erde, Kartoffeln und Gras. Er war fast so groß wie ich und als er in der letzten Lage umkippte, konnte ich nur noch zur Seite springen. Und ganz heftig fluchen konnte ich dann auch.


Am Tag darauf tat es nicht mehr so weh. Ich habe den Abend frustriert rumgesurft und fand in den unendlichen Weiten des WWW die Anleitung zu einer Kartoffelanbaumethode, die weit ertragreicher ist als der Kartoffelturm obwohl immer noch auf sehr wenig Raum. Der Turm wurde demontiert, Saatkartoffeln entfernt und neu gesetzt: in die Kartoffelbox.
Der kleine Kartoffelturm wächst unterdessen weiter und bedarf  nicht  viel Pflege - außer einmal Gießen in der Woche und die Schnecken entfernen.


 Wer genaues Verständnis über das Wesen der Kartoffel erlagen möchte findet das hier schön von der Oregon State Unviersity erklärt. Ist in Englisch, weil es da war. Gibts bestimmt auch in Deutsch.

Kartoffelbox

Die Kartoffelbox ist in der USA recht verbreitet. Sie beruht auf dem Aufhäufeln Prinzip. Nur dass die Pflanzen in einer modular aufgebauten Kiste wachsen, die es dem Pflanzer erlaubt, die unteren Bretter abzuschrauben und Kartoffeln zu ernten, während darüber noch der Reifungsprozess läuft. Sobald die Kartoffelpflanzen etwa 35cm über dem Boden sind,  wird die  Pflanze bis zu einem drittel ihrer Höhe  zugeschaufelt. Dabei werden Bretter angebaut, siehe Grafik vom Irish Eyes Garden Seeds.
Wenn die Pflanzen nachwachsen, wird wieder zugeschaufelt und so weiter, bis man ungefähr eine 70 bis 80 cm hohe Kiste voll hat.
Kartoffelbox 01.06.14 (vor 1. Aufschüttng)
Auf einer Seite von sympatischen US Amerikanern, die wissen, das ihre Regierung bald kommen wird, um sie zu holen, und die sich deshlab bewaffen und selbstversorgen wollen (ehrlich, ich steige nicht durch und  verlinken trau ich mich die Seite auch nicht. Selbstzensur, Ihr wisst schon) habe ich eine Erweiterung des Konzepts gefunden, die vorsieht, dass man die Pflanzen komlett zusgräbt. Ich fand es einleuchtend, und der Erfahrungswert von mehreren Generationen und die Regierung ist immer noch nicht gekommen, hm..?  sagt schon was aus. Also kombiniere ich und warte darauf, was rauskommt.
Zunächst glaubt man gar nicht, dass die kleinen Pflanzen da rauskommen. Aber nach zwei Wochen hatten es alle geschafft und nach vier Wochen waren sie so hoch wie vorher.
Die Box sieht ein wenig aus, wie ein Sarg mit Muttererde. Kartoffel erwache!
Die Standard-Kiste ist 1x1x1 Meter- bei mir ist sie größer geraten. Die vorhandenen Bretter waren von einer unschönen  Deckenverkleidung im Bad übrig. Leider habe ich nicht die Möglichkeit, die unteren Bretter zu entfernen, um die untersten Kartoffeln zu ernten und hoffe, dass es egal ist, wie lange sie vor dem ersten Frost drin bleiben....

Kartoffelbox an 23.06.14
Der Prozess läuft und ich bin gespannt, ob ich dieses Jahr was ernte.
K.-Box 01.06.14 (nach Aufschüttung)

To be continued....Kartoffelturm - das Finale