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Dienstag, 23. Februar 2016

Frotteratte, die- Monstermanual

Meine erstes selbstgenähtes Plüschvieh und eventuell der Beginn eines Monstermanuals. Wenn Zeit im Leben übrigbleibt, mach ich als nächstes nen Beholder. Prima Kissen.

In Werten, die Frotteratte

Rüstungsklasse: 20
Trefferwürfel: 1TW
BT: 0
Schwimmend: sinkt langsam                   
Angriffe: 0/KR                                      
Schaden: Verzücken 2KR                             
RW: Schwanzlänge                                     
Moral: 0                                                  
Schatztyp: "my precious"                      
Gesinnung: wahllos                                          
EP Wert: wer der Frotteratte Schaden zufügt, wird Erfahrung machen. Irgendwo auf der Schadenstabelle.

Im Schweiße meinen Angesichts hab ich Katzenmensch ein großes Paket Katzenfutter genäht als erstes Kuschel ever... und mit einem breiten Grinsen verschenkt.

Das Monster hier ist eine Homage an den Sisyphos-Versuch meiner Freundin, das Leid, dass wir der Spezies Ratte zufügen, immer wieder ausgleichen zu wollen, indem sie einigen Wenigen ein gutes Leben und einen schmerzfreien Tod ermöglicht.
Respekt Freundin!
Trostratte für die Zwischenperioden, wenn eine Generation wieder im Sterben liegt und ein Tierchen nach dem anderen sein kleines Kreuz aus Eisstielen bekommt.




verwunderte Katze als Vergleichsgröße






Montag, 29. Dezember 2014

Mächtige Viecher

Karneval im Dezember: Tiere im Rollenspiel

In meiner bescheidenen Karriere als SL habe ich gelernt, dass der tierische Gegner sehr genau ausbalanciert werden muss, um effektiv zu sein, nicht nur lästig oder tödlich. In meiner ersten Runde überhaupt (Hellfrost) hat mir eine Zufallsbegegnung eine Stunde nach Start fast die ganze Gruppe gefressen - das aber stylisch. Gleißend weiße Snow Wings in Formationsangriff auf freiem Feld und eine Gruppe Novizencharaktere - war nicht so doll.
Man lebt und lernt.

Aber als Spieler habe ich viele gute und unvergessene Einsätze von Tieren erlebt. Sie wurden von den SLs für Stimmung, als Gegner, zu moralischen Dilemmata und als schnödes Futter eingesetzt. Aber sogar so bleiben sie jahrelang im Gruppengedächtnis wie unser "Ra.. häm ..Rehgulasch", eine Spezialität in einigen heruntergekommenen Wirtshäusern des Nordens.

Das Feld ist so weit, ich erhebe keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Hier das, war mir einfällt.

Das Pferd, der zweitbeste Freud des Menschen

Das Pferd nehme ich als Charakter-tragenden Platzhalter für Reittier, Lasttier, Tauschmittel, Waffe oder Freund für Geld (danke Tagschatten). Pferd haben oder nicht haben hat sich in vielen Kampagnen als spielentscheidend erwiesen. Die Anzahl, Qualität und Verfügbarkeit bringt den entscheidenden Raum- oder Zeitvorteil und wird zur wertvollen Ressource für die Spieler.
Für den Kampf ausgebildete Tiere, also das Schlachtross, der Greif, werden im Spiel zu Waffen, eröffnen Möglichkeiten; Luftkampf ist halt nur, wenn was fliegt.
Wenn sich der Charakter auf seinen Untersatz auch noch persönlich einlässt, kann dieser zu sehr schönen dramatischen Momente führen. Ich kenne meine fast alle noch beim Namen.

Tiere als Gefährten werden meistens geschaffen mit dem Hintergedanken, dass das schöne, geschickte oder starke Tier einen Nutzen in der Spielgestaltung haben soll.
Das wären das schon erwähnte Pferd, der Wolfshund als personifizierter Schutz mit scharfen Ohren oder das Äffchen, das mit auf Klau geht. Ein Gefährtentier ist eine mächtige Zugabe zu den Charakterwerten.
Gleichzeitig macht es den Charakter angreifbar .... und Schwächen machen die interessantesten Charaktere.

Derzeit gibt es in unserer Gruppe ein Entenküken ohne jede Besonderheit, weil der stärkste und blödeste Charakter plötzlich in Vatergefühlen aufgegangen ist. All sein Trachten gilt der Sicherheit des Geflügels und dessen Zukunft als Therapieente für Kriegswaisen. Zerlumpter Pöbel, weil Hunger, und Heilkundige, weil spannend für die Psychiatrie, folgen dem Krieger mit Interesse. Der Hüne wird erpressbar, die Gruppe verliert zuweilen an Würde und Drohpotential, die Feinde gucken sentimental und es wurden noch nie so viele Kochrezepte am Tisch debattiert.

Tiere sind eine Herausforderung im Guten wie im Bösen. Ohne sie wären Charas schwächer, unbeholfener und hätten weniger Handlungsoptionen.Tiere assistieren spiel-relevant ohne Deus ex Machina Charakter, indem sie ihre Fertigkeiten zur Verfügung stellen. Sie fördern nicht nur Charakterspiel und Gruppeninteraktion, sie bieten dem Spielleiter auch noch genug Möglichkeit zu interessanten Anekdoten am Rande.

Rollenspiel (zumindest Fantasy) wäre ohne Tiere viel ärmer. 

Freitag, 20. Juni 2014

Protokoll einer Rollenspielsitzung


Ich prokrastiniere.

Bis gestern hätte das Protokoll fertig sein sollen, damit die Gruppe es vor morgen noch lesen kann um unsere Handlungsweisen auf einander abzustimmen und sich überhaupt zu erinnern, was so geschehen war. Da war viel Info drin, auf der die Story aufbaut.
Aber es ist Fußball und Sommer und der Job und ...
Ich prokrastiniere immer noch....
Und ich habs nicht gepackt, deswegen sitze ich heute seit Gott weiß weiß viel Uhr dran und habe mittlerweile Wäsche aufgehängt, einen Rohentwurf zum zweiten Teil einer Story gehackt (davor drücke ich mich seit Monaten), mehrere Mails und meine Gewandung für Sonntag geplant. Könnte noch das Bad...

Block näher zum Auge dann weiter weg - Ich kann meine verdammte Schrift nicht lesen: das Protokoll beginnt schon mit den Worten
"Oreg, Feuertag, fünfter Spinnenmond, 3:30 - Mops /Sichelderva"

Mops /Sichelderva? Was will ich mir damit sagen? Das steht da so überzeugend, wie das Datum der Sitzung und die Namen der Teilnehmer. 
Spielleiter lacht mich auf Anfrage aus. Der kann wenigstens noch mit mir lachen. Er hat zum Vorbereiten eine Zusammenfassung bekommen, damit er arbeiten kann. Die Prosafassung hängt. Die Protokolle werden bei uns hübsch mit Layout und den Handouts aus der Sitzung gestaltet und zu einem Buch der Kampagne zusammen gestellt. Schöne Idee und sehr nützlich, wenn man Kampagnen über Jahre hinweg spielt.

Auch ich weiß das zu schätzen. Warum bin ich bloß so hochmotiviert wo anders?

Aber "Mops Sichelderva" - und so geht das weiter. Auf 16 gekitzelten Seiten erscheinen unglaublich unleserliche Dinge, die möglicherweise Wichtiges bergen über geheime Tagebücher und verschollene Gänge, und dazwischen sind auch noch Zeichnungen, die eventuell aber auch Schrift sein könnten.
Fast schon neidisch denke ich an unsere Mitspielerin, die über acht Stunden hinweg protokolliert als hätte sie einen Drucker mit Schreibfont eingebaut. Erste Seite wie letzte, keine Änderungen. Respekt.
Jetzt- eben- "Mops Sichelderva", Morgens, Sichelmond! Klar, was sonst! Warum sehe ich das erst jetzt? Nach Wochen.
Absatz um Absatz müht sich das Eichhörnchen.

P.S.
Früher hatten wir die Sitzungen aufgezeichnet. Manchmal hören wir noch rein: Lachen von Leuten, die man nicht mehr sieht, die Charas spielten, deren Tod ich betrauere, als wären es Freunde gewesen. Ich werde es wieder vorschlagen. Zumindest für meine Prots.